Welche? Die britische Sammelklage gegen Qualcomm wegen Chip-Lizenzgebühren wird eingestellt

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Verbraucherschutzgruppe Welche? hat seine hochkarätige Klage gegen den Chiphersteller Qualcomm in Großbritannien zurückgezogen und damit einen sechsjährigen Rechtsstreit wegen angeblicher wettbewerbswidriger Praktiken beendet. In dem Fall, der im Namen von etwa 29 Millionen britischen Apple- und Samsung-Smartphone-Nutzern eingereicht wurde, wurde behauptet, Qualcomm habe die Smartphone-Preise erhöht, indem es seine Dominanz auf den Märkten für Patentlizenzen und Chipsätze ausgenutzt habe.

Fall abgewiesen: Keine Zahlung erforderlich

Welches? kündigte am Dienstag seine Absicht an, das Verfahren vollständig vor dem Competition Appeal Tribunal in London zurückzuziehen. Entscheidend ist, dass der Rückzug ohne finanzielle Einigung seitens Qualcomm erfolgt. Die Gruppe gab an, dass Beweise darauf hindeuten, dass das Schiedsgericht wahrscheinlich zugunsten von Qualcomm entscheiden würde und keinen Zwang in seinen Lizenzvereinbarungen mit Apple, Chipsatzherstellern oder Samsung feststellen würde.

Vorwürfe und geschätzte Schäden

In der Klage ging es um Schadensersatz für alle betroffenen Apple- und Samsung-Smartphones, die zwischen dem 1. Oktober 2015 und dem 9. Januar 2024 gekauft wurden. Im Erfolgsfall hätten Verbraucher durchschnittlich etwa 17 £ pro Telefon erhalten können. Welche? argumentierte, Qualcomm habe seine Marktposition illegal ausgenutzt, um den Herstellern überhöhte Gebühren in Rechnung zu stellen, die dann durch höhere Preise oder eine beeinträchtigte Gerätequalität an die Verbraucher weitergegeben wurden.

Verteidigung und Reaktion von Qualcomm

Qualcomm verteidigte seine Geschäftspraktiken vehement und Anwälte bezeichneten seine Lieferrichtlinien als „harmlos und rechtmäßig“. Das Unternehmen gab eine Erklärung ab, in der es den Rückzug feierte, und wies darauf hin, dass die Beweise seine Position stützten, dass seine Lizenzpraktiken legal seien und den Wettbewerb nicht beeinträchtigten. Dieses Ergebnis spiegelt frühere Urteile in den Vereinigten Staaten wider, wo die Praktiken von Qualcomm ebenfalls als rechtmäßig angesehen wurden.

„Nach mehr als sechs Jahren des Rechtsstreits, einschließlich eines langwierigen Prozesses, hat der Gruppenvertreter (Which?) zugestimmt, seine Klage gegen Qualcomm vollständig zurückzuziehen, bis die Genehmigung durch das Tribunal vorliegt“, erklärte Qualcomm.

Dieser Fall verdeutlicht die Herausforderungen, die mit der Verfolgung groß angelegter Sammelklagen gegen große Technologiekonzerne verbunden sind. Die Komplexität des Wettbewerbsrechts und die Beweislast begünstigen häufig etablierte Unternehmen mit umfangreichen rechtlichen Ressourcen. Letztlich deutet die Entscheidung von Which?, den Fall fallenzulassen, darauf hin, dass die Beweise die ursprünglichen Behauptungen nicht stützten und dass die Vermeidung weiterer Rechtskosten einer wahrscheinlichen Niederlage vor Gericht vorgezogen wurde.