T-Mobile führt KI-gestützte Live-Übersetzung für Telefonanrufe ein

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T-Mobile ist Vorreiter bei der Echtzeit-Sprachübersetzung direkt in seinem Mobilfunknetz, sodass Benutzer nicht mehr auf Apps oder Dienste von Drittanbietern angewiesen sind. Ab dem Betatest in diesem Frühjahr wird die Funktion nahtlose Gespräche zwischen Anrufern ermöglichen, die über 50 verschiedene Sprachen sprechen, selbst solchen, die ältere „dumme“ Telefone verwenden.

Übersetzung auf Netzwerkebene: Ein neuer Ansatz

Derzeit basiert die Live-Übersetzung auf Mobilgeräten auf Apps wie Google Translate oder Funktionen in High-End-Telefonen wie den AirPods Pro von Apple. Die Lösung von T-Mobile unterscheidet sich dadurch, dass die KI-Übersetzung direkt in die Netzwerkinfrastruktur eingebettet wird. Das bedeutet, dass jeder mit einem T-Mobile-Anschluss auf die Funktion zugreifen kann, unabhängig von den Fähigkeiten seines Telefons. Dies ist ein bedeutender Schritt in Richtung universellen Zugriff, der die Einschränkungen der Gerätekompatibilität und App-Abhängigkeit umgeht.

So funktioniert es: Einfache Aktivierung, Anpassung in Echtzeit

Um die Übersetzung während eines Anrufs zu aktivieren, wählen T-Mobile-Abonnenten *87*. Der KI-Agent erkennt dann die gesprochenen Sprachen und liefert eine sofortige Übersetzung. Das System ist so konzipiert, dass es vollständig automatisch funktioniert: keine Einrichtung, kein Sprachtraining und keine manuelle Sprachauswahl erforderlich. Die KI erkennt sogar den Standort des Anrufers und wählt automatisch geeignete Sprachpaare aus (z. B. Portugiesisch für einen Anruf nach Brasilien).

Die Technologie zielt darauf ab, natürliche Sprache nachzuahmen, wobei T-Mobile behauptet, die KI könne die Stimme eines Benutzers in einer anderen Sprache klonen und so Intonation und Emotionen bewahren. Dies wird durch das 5G Advanced-Netzwerk des Unternehmens ermöglicht, das niedrige Latenzzeiten für eine nahezu sofortige Verarbeitung priorisiert.

Datenschutz und Datennutzung: Ein zentrales Anliegen

T-Mobile versichert seinen Kunden, dass Gespräche während der Betaphase nicht aufgezeichnet werden. Die KI-Modelle werden durch Millionen interner Testanrufe verfeinert, nicht durch Kundendaten. Das Unternehmen behauptet, die FCC-Richtlinien und ADA-Zugänglichkeitsstandards zu erfüllen. Die konkreten KI-Übersetzungsmodelle und Partnerunternehmen bleiben jedoch geheim, was einige Fragen zur Transparenz aufwirft.

Jenseits der Übersetzung: Die Zukunft der Agenten-KI in Mobilfunknetzen

Diese Live-Übersetzungsfunktion stellt den ersten Schritt in der umfassenderen Vision von T-Mobile für eine „agentische KI“ dar, die direkt in sein Netzwerk integriert wird. Dies bedeutet, dass KI zur Automatisierung von Aufgaben wie der Anrufweiterleitung, dem Kundenservice oder sogar der Bereitstellung virtueller Concierge-Dienste eingesetzt werden muss.

Andere Mobilfunkanbieter wie AT&T und Verizon erforschen bereits KI-Anwendungen in Bereichen wie Netzwerkoptimierung und Kundensupport. Der Ansatz von T-Mobile, KI direkt in die Netzwerkinfrastruktur einzubetten, könnte jedoch neue Möglichkeiten für nahtlose, automatisierte Dienste eröffnen.

„Live-Übersetzung ist keine einfachere Lösung, aber es ist der richtige Problempunkt, den es heute zu lösen gilt“, erklärte John Saw, Präsident für Technologie bei T-Mobile.

Die Einführung der Live-Übersetzung wird als Testfall dafür genau beobachtet, wie Mobilfunknetze KI nutzen können, um Kommunikationsbarrieren zu beseitigen. Im Erfolgsfall könnte dies die Art und Weise, wie Menschen über Sprachgrenzen hinweg miteinander in Kontakt treten, verändern und internationale Anrufe leichter zugänglich machen als je zuvor.