Paramount gewinnt Angebot für Warner Bros. Discovery, Netflix zieht sich zurück

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Paramount Global ist bereit, Warner Bros. Discovery (WBD) zu übernehmen, nachdem Netflix von seinem eigenen geplanten Deal zurückgetreten ist. Die Entscheidung fällt, nachdem Paramount ein überarbeitetes Barangebot von 31 US-Dollar pro Aktie abgegeben hat, das der Vorstand von WBD als „überlegen“ gegenüber der Netflix-Vereinbarung erachtete.

Netflix steigt aus

Die Netflix-Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters bestätigten den Rückzug und erklärten, dass es finanziell nicht mehr tragbar sei, dem neuesten Angebot von Paramount zu entsprechen. Der Streaming-Riese hatte zuvor eine im Dezember angekündigte Übernahme (Aktien und Bargeld) im Wert von 83 Milliarden US-Dollar geplant, doch das eskalierende Angebot von Paramount machte den Deal unattraktiv. Netflix behauptete, die Übernahme sei „nice to have“ und keine unbedingte Notwendigkeit.

Finanzielles Engagement von Paramount

Das Barangebot bringt für Paramount erhebliche finanzielle Verpflichtungen mit sich. Über die 31 US-Dollar pro Aktie hinaus muss das Unternehmen Netflix eine Kündigungsgebühr in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar für den Rücktritt von WBD aus der ursprünglichen Vereinbarung zahlen. Zu den zusätzlichen Kosten gehören eine tägliche Bearbeitungsgebühr von 0,25 USD pro Aktie und Quartal ab dem 30. September 2026 und eine Strafe in Höhe von 7 Milliarden USD, wenn die behördlichen Genehmigungen scheitern. Der Deal wird durch die Finanzierung von Larry Ellison, dem milliardenschweren Vater von Paramount-CEO David Ellison, unterstützt.

Kontext und Implikationen

Der Bieterkrieg verdeutlicht die zunehmende Konsolidierung in der Unterhaltungsbranche. Sowohl Netflix als auch Paramount versuchten, ihre Inhaltsbibliotheken und ihren Marktanteil zu erweitern, aber der finanzielle Einsatz erwies sich zum aktuellen Preis für Netflix als zu hoch. Der Zusammenschluss wird wahrscheinlich die Streaming-Landschaft verändern, möglicherweise den Wettbewerb verringern und die Abonnementkosten für Verbraucher erhöhen. Angesichts der Konzentration der Medienmacht in weniger Händen wirft der Deal auch Fragen hinsichtlich der künftigen kartellrechtlichen Kontrolle auf.

Der Zeitpunkt der Ankündigung fällt mit der WBD-Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals und einem Besuch von Sarandos von Netflix in Washington, D.C. zusammen, was darauf hindeutet, dass Lobbyarbeit bei dem Ergebnis eine Rolle gespielt haben könnte.

Die Übernahme signalisiert einen deutlichen Wandel in den Streaming-Kriegen, wobei Paramount als Sieger hervorgeht und Netflix sich dafür entscheidet, wegzugehen, anstatt zu viel zu bezahlen.