Bitcoin erlebt einen starken und anhaltenden Preisrückgang, was bei Anlegern Bedenken hinsichtlich einer möglichen Rückkehr zu den schweren Abschwüngen der Vorjahre weckt. Die Kryptowährung ist unter wichtige psychologische Schwellen gefallen, was einen Großteil ihrer Gewinne im Jahr 2025 zunichte gemacht hat und Ängste vor weiteren Verlusten geweckt hat.
Der jüngste Rückgang und sein Ausmaß
Der Bitcoin-Preis befand sich den ganzen November über im freien Fall und fiel unter 100.000 US-Dollar, bevor er am Freitag auf knapp über 80.000 US-Dollar fiel. Dies stellt eine deutliche Umkehrung gegenüber dem jüngsten Höchststand von über 126.000 US-Dollar dar und macht praktisch alle in diesem Jahr erzielten Gewinne zunichte. Die Geschwindigkeit und Tiefe des Rückgangs sind sowohl für kurzfristig orientierte Händler als auch für langfristig orientierte Anleger alarmierend.
Faktoren, die zum Bärenmarkt beitragen
Mehrere Faktoren wirken zusammen, um diesen Abwärtsdruck zu erzeugen. Eine schwache Anlegerstimmung, gepaart mit allgemeineren wirtschaftlichen Bedenken und Spekulationen über die Zinspolitik der Federal Reserve, hat ein ungünstiges Klima für Risikoanlagen wie Bitcoin geschaffen. Um den Druck noch zu erhöhen, haben einige große Bitcoin-Inhaber („Wale“) erhebliche Teile ihrer Bestände abgestoßen.
Analystenprognosen: Wie weit könnte es noch fallen?
Mehrere Branchenanalysten warnen, dass der aktuelle Abschwung möglicherweise erst der Anfang ist.
- Mike McGlone von Bloomberg Intelligence vermutet einen möglichen Einbruch um 70 %, ähnlich dem Absturz von 2018, wobei Bitcoin möglicherweise auf 50.000 US-Dollar fallen könnte. Wenn die breiteren Märkte weiter sinken, glaubt er, dass der Preis sogar auf 10.000 US-Dollar sinken könnte.
- Clem Chambers sagte einen Krypto-Winter voraus, wenn Bitcoin auf die mittlere 80.000-Dollar-Marke fallen würde, ein Niveau, das es jetzt erreicht hat. Seine Prognose geht von einem potenziellen Tiefpunkt zwischen 40.000 und 60.000 US-Dollar aus.
- Standard Chartered warnt davor, dass ein Durchbruch unter 90.000 US-Dollar dazu führen könnte, dass die Hälfte der Krypto-Treasury-Unternehmen Verluste erleiden und weitere Ausverkäufe auslösen könnten.
- Citi-Analyst Alex Saunders weist darauf hin, dass die 80.000-Dollar-Marke entscheidend ist, da sie mit den durchschnittlichen Bitcoin-Beständen in börsengehandelten Fonds übereinstimmt. Gelingt es nicht, dieses Niveau zu halten, könnte es zu weiteren Abwärtsbewegungen kommen.
Warum das wichtig ist
Diese Vorhersagen sind nicht nur Zahlen in einem Diagramm. Der Preis von Bitcoin hat eine kaskadierende Wirkung auf den breiteren Kryptomarkt und wirkt sich auf damit verbundene Vermögenswerte, Unternehmen und das Vertrauen der Anleger aus. Die aktuelle Volatilität ist selbst für erfahrene Anleger eine deutliche Erinnerung an die mit Kryptowährungen verbundenen Risiken.
Die Kombination aus makroökonomischem Gegenwind, groß angelegten Verkäufen und negativer Stimmung deutet darauf hin, dass der aktuelle Abschwung anhalten könnte, was möglicherweise zu einem neuen Krypto-Winter führen könnte. Anleger sollten vorsichtig vorgehen und die Möglichkeit weiterer Verluste in Betracht ziehen.
