Spanien leitet Untersuchung zu Meta wegen angeblich weit verbreiteter Benutzerverfolgung ein

18
Spanien leitet Untersuchung zu Meta wegen angeblich weit verbreiteter Benutzerverfolgung ein

Die spanische Regierung leitet eine formelle Untersuchung gegen Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, Instagram und WhatsApp, wegen Vorwürfen massiver Datenschutzverletzungen unter Beteiligung von Android-Nutzern ein. Präsident Pedro Sánchez kündigte die Untersuchung am Mittwoch an und bezeichnete sie als eine Angelegenheit nationalen Rechts, die über die Befugnisse eines Technologieunternehmens hinausgeht.

Die Vorwürfe: Systematische Verfolgung des Webprotokolls

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Vorwürfe, dass Meta etwa ein Jahr lang, von September 2024 bis Anfang dieses Jahres, einen versteckten Mechanismus eingesetzt hat, um die Surfaktivitäten von Android-Nutzern zu überwachen. Dies bedeutet, dass Meta angeblich verfolgt hat, welche Websites Einzelpersonen besucht haben, möglicherweise ohne deren ausdrückliches Wissen oder Einverständnis.

Warum das wichtig ist: Solche Praktiken werfen ernsthafte Fragen zur Unternehmensüberschreitung und zum Ausmaß auf, in dem Technologieunternehmen Benutzerdaten ausnutzen können. Das Verfolgen des Webverlaufs ermöglicht äußerst zielgerichtete Werbung, wirft aber auch Bedenken hinsichtlich Manipulation und der Aushöhlung der digitalen Privatsphäre auf.

Antwort der Regierung: Rechenschaftspflicht und zukünftige Vorschriften

Präsident Sánchez betonte, dass „jeder, der unsere Rechte verletzt, die Konsequenzen tragen wird“ und signalisierte damit eine entschiedene Haltung gegen mögliches Fehlverhalten von Meta. Das spanische Parlament plant, Meta-Vertreter und technische Experten einzuladen, um die Verantwortlichkeiten zu ermitteln und sicherzustellen, dass die Rechte der Bürger nicht systematisch verletzt werden.

Über die unmittelbare Untersuchung hinaus kündigte Sánchez Pläne für eine umfassendere Reihe von „Big Tech“-Vorschriften an, die bis zur ersten Hälfte des Jahres 2026 umgesetzt werden sollen. Diese Vorschriften zielen auf Desinformation, Kinderschutz, Hassreden und Privatsphäre ab.

Potenzielle diplomatische Spannung

Angesichts des amerikanischen Unternehmensstatus von Meta könnte der Schritt die Beziehungen zur US-Regierung belasten. Spanien hat in der Vergangenheit energische Maßnahmen gegen große Technologieunternehmen ergriffen und insbesondere 2018 eine „Google-Steuer“ eingeführt – als erstes europäisches Land, das dies tat. Dies zeigt, dass Spanien bereit ist, die Dominanz der Technologiegiganten herauszufordern, auch wenn dies das Risiko diplomatischer Spannungen bedeutet.

Die Situation entwickelt sich noch weiter: Der Ausgang der Untersuchung bleibt ungewiss, aber Spaniens Vorgehen sendet ein klares Signal, dass der digitale Datenschutz Priorität hat und dass Technologieunternehmen für mutmaßliche Missbräuche zur Verantwortung gezogen werden.