Die App des Weißen Hauses wirft ernsthafte Datenschutz- und Sicherheitsbedenken auf

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Das Weiße Haus hat kürzlich eine mobile Anwendung mit dem schlichten Titel „The White House“ auf den Markt gebracht, die den direkten Zugriff auf Verwaltungsinformationen ermöglichen soll. Eine genauere Betrachtung offenbart jedoch erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsmängel, die Experten als alarmierend bezeichnen.

App-Funktionen und Inhalte

Die Benutzeroberfläche der App umfasst Werbematerial über Präsident Trump sowie Datenpunkte wie die Kosten für gängige Lebensmittel. Es enthält außerdem einen Überstundenrechner, Links zu bevorzugten Nachrichtenagenturen (Fox News und Newsmax) und Pressemitteilungen des Weißen Hauses. Benutzer erhalten Zugriff auf Live-Streams von Pressekonferenzen, Social-Media-Feeds des Weißen Hauses und Fotos des Präsidenten.

Datenverfolgung und Verbindungen zu Drittanbietern

Sicherheitsforscher identifizierten schnell kritische Schwachstellen. Es wurde festgestellt, dass die Android-Version der App den Standort des Benutzers alle 4,5 Minuten erfasst und diese Daten – zusammen mit Benachrichtigungen und möglicherweise Telefonnummern – an einen externen Server weitergibt. Darüber hinaus nutzt die App den YouTube-Einbettungscode, der auf einem persönlichen GitHub-Konto gehostet wird, wodurch ein potenzieller Single Point of Failure entsteht, wenn dieses Konto kompromittiert wird.

Irreführende Offenlegung im App Store

Die iOS-Version der App erklärte gegenüber dem App Store, dass sie keine Standortdaten erhebt, obwohl sie über die technische Möglichkeit zur GPS-Ortung verfügt. Während unklar bleibt, ob das Tracking aktiv umgesetzt wird, wirft das Vorhandensein des Codes ernsthafte Fragen zur Transparenz auf.

Mangel an grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen

Forscher von Atomic Computer Services stellten fest, dass die App nicht einmal über grundlegende Sicherheitsvorkehrungen verfügt, und gaben an, dass sie „Apps für Startups mit drei Mitarbeitern geprüft haben, die über eine bessere Sicherheit verfügten“. Dieser Mangel ist besonders besorgniserregend, da staatlich geförderte Apps auf die Verbreitung von Informationen und nicht auf die Ausbeutung von Benutzerdaten ausgelegt sind.

Expertenreaktion

Das Zentrum für Demokratie und Technologie äußerte sich besorgt über die App und erklärte, dass mobile Apps zwar die Zugänglichkeit für die Regierung verbessern könnten, diese Regierung jedoch wiederholt das Vertrauen der Öffentlichkeit in Bezug auf den Datenschutz untergraben habe. Die App weckt weitere Zweifel am Umgang der Bundesbehörden mit personenbezogenen Daten.

„Mobile Apps können ein hilfreiches Instrument sein, um den Zugang zu Behörden zu erleichtern. Aber diese Regierung hat den Menschen viele Gründe gegeben, sich um ihre Privatsphäre zu sorgen, und diese App wirft nur noch mehr Fragen darüber auf, was die Bundesregierung mit unseren persönlichen Daten macht.“
— Sprecher, Zentrum für Demokratie und Technologie

Das Weiße Haus hat bisher noch keine öffentliche Antwort auf diese Bedenken gegeben.

Die laxen Sicherheitsmaßnahmen, irreführenden Offenlegungen und aggressiven Tracking-Funktionen der App machen sie zu einem Download mit hohem Risiko für jeden Benutzer. Das Herunterladen der App birgt unnötige Datenschutzrisiken und Experten empfehlen, dies vollständig zu vermeiden.