CES 2026: Die unkonventionellste ausgestellte Technologie

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Die CES 2026 in Las Vegas präsentiert eine Welle an Innovationen, die von praktisch bis rein skurril reicht. Mit über 4.500 Ausstellern – darunter 1.400 Startups – zeigt die Veranstaltung, wie schnell sich die Technologie weiterentwickelt und manchmal, wie … seltsam sie sich weiterentwickelt. Die diesjährige Show umfasst alles von musikalischen Lutschern bis hin zu KI-gesteuerten Robotern, die für die Erledigung von Hausarbeiten entwickelt wurden. Hier ist eine Aufschlüsselung der Gadgets, die am meisten Aufmerksamkeit erregen (und die meisten Aufmerksamkeit erregen).

Reizüberflutung: Das Musical Lollipop

Eine der unerwartetsten Innovationen ist der Lollipop Star, ein Bonbon, das beim Essen Musik spielt. Mithilfe der „Knochenleitungstechnologie“ überträgt der Lollipop Vibrationen durch Kiefer und Schädel und erzeugt so ein Hörerlebnis ähnlich wie bei Kopfhörern. Die Sprecherin des Unternehmens, Cassie Lawrence, erklärte, dass es sich um „eine lustige Neuheit“ mit Titeln von Künstlern wie Ice Spice und Akon handele.

Dies unterstreicht einen umfassenderen Trend: die Verschmelzung von Unterhaltung mit alltäglichem Konsum. Obwohl es sich um eine Nische handelt, zeigt es, wie Unternehmen neue Wege erkunden, um Verbraucher durch unerwartete Sinneserlebnisse anzusprechen.

KI-Assistenten: Von der Wäscherei zum arbeitsfreien Haushalt

LG stellte CLOiD vor, einen KI-gestützten Heimassistenten mit menschenähnlichen Armen, der Aufgaben wie Wäschewaschen und Kochen erledigen kann. Das Unternehmen vermarktet dies als Schritt in Richtung eines „Zero Labor Home“, obwohl die Geschwindigkeit des Roboters noch nicht mit der menschlichen Effizienz vergleichbar ist.

Dies spiegelt einen wachsenden Vorstoß zur Automatisierung häuslicher Aufgaben wider. CLOiD von LG ist Teil einer größeren Bewegung zur Integration von KI in den Alltag, aber die praktischen Einschränkungen lassen darauf schließen, dass die vollständige Automatisierung noch Jahre entfernt ist.

Der digitale Doppelgänger: KI-Zwillinge für die Arbeit

Mit MyPersonas von IgniteTech können Unternehmen KI-gestützte digitale Zwillinge von Mitarbeitern erstellen. Diese Nachbildungen können Routineaufgaben erledigen, Fragen beantworten und sogar Sprachmuster in 160 Sprachen nachbilden. Das Unternehmen sieht darin eine Lösung für überlastete HR-Teams, das Konzept wirft jedoch ethische Bedenken hinsichtlich der Authentizität und eines möglichen Missbrauchs auf.

Diese Technologie stellt einen bedeutenden Sprung in der KI-Replikation dar, aber die Auswirkungen des „Black Mirror“ sind kaum zu ignorieren. Es unterstreicht die Notwendigkeit klarer Richtlinien zur KI-Identität und -Nutzung im beruflichen Umfeld.

Emotionale Unterstützung: Der Roboter-Labrador

Tombots Jennie, ein lebensechter Roboter-Labrador, soll emotionale Unterstützung für Menschen bieten, die sich nicht um echte Haustiere kümmern können. Der Roboter reagiert auf Berührungs- und Sprachbefehle und bietet Gesellschaft ohne die Verantwortung, ein Haustier zu halten. CEO Tom Stevens entwickelte die Idee, nachdem seine Mutter, die an Alzheimer-Demenz litt, ihren geliebten Hund verloren hatte.

Diese Innovation geht auf ein echtes Bedürfnis nach emotionaler Verbindung ein, insbesondere bei Menschen mit eingeschränkter Pflegekapazität. Die Warteliste mit über 20.000 Personen verdeutlicht die Nachfrage nach realistischen Roboterbegleitern.

Hightech-Küchenwerkzeuge: Das vibrierende Kochmesser

Das Kochmesser C-200 von Seattle Ultrasonics nutzt Ultraschalltechnologie, um die Klinge mit über 30.000 Mal pro Sekunde zu vibrieren und so den Schneidaufwand zu reduzieren. Das Unternehmen behauptet, dass dies selbst mit einer stumpfen Klinge schärfere Schnitte ermöglicht. Caitlin Sanders, eine Sprecherin, stellt fest, dass die Stahltechnologie auf einem Plateau stagniert, was Ultraschallverbesserungen zu einer praktikablen Alternative macht.

Dies stellt ein Nischen-, aber interessantes Upgrade eines herkömmlichen Tools dar. Das vibrierende Messer zeigt, wie auch etablierte Produkte von unerwarteten technologischen Integrationen profitieren können.

KI-gestützte Fellpflege: Der intelligente Haarschneider

Der intelligente Haarschneider von Glyde nutzt KI, um ungleichmäßige Schnitte zu verhindern, indem er Geschwindigkeit, Neigung und Winkel erkennt. Benutzer wählen ihre gewünschte Frisur in einer App aus und der Haarschneider passt sich in Echtzeit an. Dies behebt ein häufiges Problem: verpatzte DIY-Haarschnitte.

Das Gerät veranschaulicht, wie KI die Präzision bei der Körperpflege verbessern und möglicherweise die traditionelle Friseurbranche revolutionieren kann.

Das Spektakel: Tanzende Roboter und humanoide Demonstrationen

Boston Dynamics präsentierte auf der Pressekonferenz von Hyundai seine zu K-Pop tanzenden Spot-Roboterhunde, gefolgt von der öffentlichen Premiere seines humanoiden Roboters Atlas. Die Veranstaltung war als Spektakel konzipiert, zeigte aber auch die Fortschritte des Unternehmens in der Robotik auf.

Diese Theatervorführung unterstreicht die wachsende Begeisterung für fortschrittliche Robotik, auch wenn die praktischen Anwendungen begrenzt bleiben. Die tanzenden Roboter dienen als Symbol für die spielerische Auseinandersetzung der Branche mit KI und Automatisierung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die CES 2026 einen Einblick in eine Zukunft bietet, in der Technologie die Grenze zwischen praktischem Nutzen und bizarrer Neuheit verwischt. Während einige Innovationen darauf abzielen, reale Probleme zu lösen, verschieben andere die Grenzen des Möglichen – und manchmal auch des Notwendigen. Die Show soll daran erinnern, dass die Technologiebranche sowohl von Innovation als auch von Fantasie lebt.