Bambu Lab erneuert systematisch seine Produktpalette und wechselt von der preisgünstigen A-Serie zur High-End-H-Serie. In ihrem Katalog besteht jedoch eine erhebliche Lücke: ein Nachfolger des ursprünglichen X1 Carbon (X1C). Diese Lücke wird nun durch den Bambu Lab X2D geschlossen.
Mit einem Preis von 899 $ für die Kombination (einschließlich des automatischen Materialsystems) oder 649 $ für das Einzelgerät ist der X2D eine durchdachte, wenn auch leicht eingeschränkte Weiterentwicklung seines Vorgängers.
Design- und Verarbeitungsqualität
Optisch behält der X2D die bekannte Ästhetik des Bambu Lab-Ökosystems bei. Es handelt sich um eine vollständig geschlossene Maschine aus Metall, Kunststoff und Glas, die über die hohe Verarbeitungsqualität verfügt, die Benutzer von der P- und H-Serie erwarten.
Obwohl es eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem X1C aufweist, gibt es wesentliche interne Unterschiede:
– Materialverschiebung: Der X2D tauscht die Carbonstäbe des X1C gegen herkömmliche Stahlstäbe aus.
– Verbesserter Luftstrom: Um den Wartungsbedarf von Stahlstangen zu verringern, verfügt die Maschine über das aktive Filter- und Luftstromsystem des P2S, das hilft, Verunreinigungen zu verhindern.
– Formfaktor: Die Abmessungen entsprechen denen anderer Bambu-Modelle und gewährleisten die Kompatibilität mit vorhandenem Zubehör wie der Biqu Cryogrip-Bauplatte.
Die Dual-Düsen-Innovation
Die bedeutendste Abweichung vom X1C ist die Einführung eines Doppeldüsensystems. Im Gegensatz zu vielen Dual-Extrusionsdruckern, die zwei Düsen an einem einzigen Direktantriebskopf verwenden, nutzt der X2D einen Hybridansatz:
- Primärdüse: Ein Direktantriebssystem, das in Verbindung mit dem AMS-Farbsystem verwendet wird.
- Sekundäre Düse: Eine Bowden-Einrichtung, die weiter vom Druckkopf entfernt ist.
Diese Konfiguration ist eine strategische technische Entscheidung. Durch die Verwendung eines Bowden-Systems für die zweite Düse reduziert Bambu Lab die mechanische Belastung des Druckkopfs und ermöglicht so höhere Geschwindigkeiten und schnellere Beschleunigung.
Praktische Vorteile der Dual-Extrusion
Dieses Setup erfüllt zwei Hauptfunktionen, die das Druckerlebnis verbessern:
– Überlegene Stützen: Durch das Laden eines speziellen „Stützmaterials“ in die Sekundärdüse können Benutzer Strukturen erstellen, die sich leicht ablösen lassen, ohne das Hauptmodell zu beschädigen. Da die Materialien über separate Düsen gehandhabt werden, besteht keine Gefahr einer Kreuzkontamination oder des mechanischen Verschleißes durch ständigen Materialaustausch.
– Erweiterte Farbpalette: Die Sekundärdüse kann als fünfte Farbe fungieren. Dadurch können Benutzer während der gesamten Dauer eines Drucks eine Primärfarbe durch die Bowden-Düse laufen lassen, wodurch die Menge an Filamentverschwendung und der Zeitverlust durch AMS-Farbwechsel erheblich reduziert werden.
Der Kompromiss: Das „TPU-Problem“
Während das Dual-Düsen-Setup Geschwindigkeit und Effizienz bietet, bringt es eine bemerkenswerte Einschränkung mit sich: die fehlende TPU-Unterstützung (Thermoplastisches Polyurethan).
Flexible Filamente wie TPU erfordern den konstanten, präzisen Halt eines Direktantriebssystems, um ein Verheddern zu verhindern. Da die Sekundärdüse auf einem Bowdenrohr basiert, kann sie flexible Materialien nicht zuverlässig verarbeiten. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten, die über einen manuellen Bypass verfügen, um TPU direkt in den Druckkopf einzuspeisen, fehlt diese Funktion beim X2D.
Dies ist ein bemerkenswertes Versäumnis für Hersteller, die sich für funktionelles Prototyping interessieren, beispielsweise für den Druck tragbarer Kleidungsstücke oder flexibler Gelenke, bei denen TPU ein Hauptmaterial ist.
Fazit
Der Bambu Lab Während die Unmöglichkeit, TPU über die Sekundärdüse zu drucken, für bestimmte Hobbyanwender ein Nachteil ist, machen ihn seine Geschwindigkeit und Effizienz zu einer überzeugenden Option für diejenigen, die einen leistungsstarken Multimaterialdruck suchen.




























